Rheingold – Film Review | 2022

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Dauer: 138 Minuten | FSK 16

Der Film „Rheingold“ von Regisseur Fatih Akin aus dem Jahr 2022, mit Emilio Sakraya, Kardo Razzazi und Mona Pirzad in den Hauptrollen, ist ein Biopic-Musik-Gangster-Drama und stellt das Leben des deutschen Rappers und Alles oder Nix CEO Xatar in den Mittelpunkt.

Als der junge Giwar Hajabi (Safouane Belhaj / Baselius Göze) Mitte der 1980er Jahre mit seiner Familie aus dem Irak in Deutschland ankommt, findet er sich ganz unten wieder. Als Teenager (Ilyes Raoul) entdeckt Giwar jedoch seine Liebe zum Hip-Hop, nennt sich fortan Xatar (Emilio Sakraya) und arbeitet an seiner Musikkarriere. Gleichzeitig ist er in Drogengeschäfte verwickelt und wird wegen eines Überfalls schließlich zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. In seiner Zelle nimmt Xatar sein erstes Album auf und schafft es von dort bis an die Spitze der Charts.

Quelle: Google

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Als Rapfan und ehemaliger Teil der Hip-Hop-Szene kenne ich Xatar seit seinen Anfängen und schon damals gab es Szene-interne Gerüchte, dass es sich bei AON Records (Alles oder Nix) um echte Gangster handelt, die teure Musikvideos dazu nutzen Drogengeld zu waschen. Heute weiß man, der shit is real. Vom Gangster zum Hip Hop Mogul, diese Story ist einzigartig in Deutschland, daher habe ich mich sehr auf den Film gefreut. Sänger und Schauspieler Emilio Sakraya spielt die etwas jüngere Version von Xatar (bürgerlich Giwar Hajabi) sehr gut, auch wenn er optisch nicht viel mit dem Xatar von damals zu tun hat. Die Attitüde bringt er aber sehr gut rüber. Auch seine Art zu sprechen trifft er zeitweise fast perfekt. Hier wurde aber auch zum Teil mit Original-Aufnahmen nachgeholfen.

Die Regie von Fatih Akin ist absolut klasse, man hätte glaube ich niemand besseren für den Job nehmen können. Hier wurde zudem viel Liebe zum Detail bewiesen. Die verschiedenen Lebensabschnitte von Xatar wurden größtenteils akkurat in ihrer Zeit in Szene gesetzt. Angefangen bei den alten Autos aus den 80ern die am Straßenrand stehen, Gebäude und sogar Fahrräder aus der Zeit sind im Hintergrund zu erspähen. Die Gewaltspitzen sind über die Laufzeit von 138 Minuten überschaubar, aber diese sind dann zum Teil schon heftig in Szene gesetzt. Es gibt ein paar Cameo-Auftritte von AON-Künstlern. Irgendwie amüsant ist auch, dass der Rapper SSIO von dem Rapper Eno gespielt wird. Der „Alles oder Nix“ Hausproduzent Maestro wurde von „*Chiko“-Darsteller Denis Moschitto verkörpert. „Rheingold“ ist einer der besten deutschen Filme die ich seit langem gesehen habe und eine absolute Empfehlung für jeden, der sich auch nur annähernd für diesen Kriminalfall interessiert. Von mir gibt es starke ★★★★ Sterne auf Letterboxd.

Den Film gibt es bei Amazon auf *DVD, *BluRay und *VOD.

Sidefacts:

  • Das Budget betrug etwa 9,4 Millionen Euro davon wurden 5,3 Millionen Euro durch die Deutsche Filmförderung bereitgestellt. Nach 3 Wochen konnte der Film an den deutschen Kinokassen schon knapp 6,8 Millionen Euro umsetzten.
  • Der Film wurde aber nicht nur von Deutschland alleine produziert, beteilig waren noch die Niederlande, Marokko und Mexiko.
  • Bei der Verleihung des Deutsche Filmpreises folgte eine Nominierung in der Kategorie Bester Spielfilm.
  • Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) zeichnete „Rheingold“ mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ aus.

Fakten Quelle: Wikipedia

Hier das in Haft aufgenommene Album „Nr. 415“ (Die Gefangenennummer von Xatar).

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