Der Himmel über Berlin – Film Review | 1987

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© StudioCanal

♥️Lovember #3

Der Himmel über Berlin | 1987

Der Film „Der Himmel über Berlin“ von Regisseur Wim Wenders („Buena Vista Social Club“), aus dem Jahr 1987, mit Bruno Ganz, Solveig Dommartin und Otto Sander in den Hauptrollen, ist einer der erfolgreichsten deutschen Filme im Ausland. Es gibt eine US-amerikanische Adaption mit dem Titel „Stadt der Engel“ mit Nicolas Cage und Meg Ryan in den Hauptrollen.

Die beiden Engel Damiel (Bruno Ganz) und Cassiel (Otto Sander) sind sowas wie stille Beobachter in Berlin. Sie können nicht in das Leben der Menschen eingreifen und sich ihnen auch nicht zu erkennen geben. Sie können ihnen jedoch neuen Lebensmut einflößen. Das Leben der Engel ist rein geistig, sinnliche Empfindungen sind ihnen unzugänglich. Der Wunsch, am Leben der Sterblichen und deren Empfindungswelt teilzuhaben, wird bei Damiel so groß, dass er dafür bereit ist, auf seine Unsterblichkeit zu verzichten. So wird er in die Welt der Menschen befördert und findet in einer Trapezkünstlerin scheinbar sein Glück.

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Vorweg muss man sagen, dass wir die restaurierte Fassung des Film gesehen haben. Daher weiß ich nicht, ob die Anmerkungen auch für die ursprüngliche Kinofassung gelten. Das HD Bild sieht wirklich top aus, etwas Filmkorn ist zu sehen, trägt aber eher positiv zum Gesamteindruck bei. Der Ton wurde ebenfalls restauriert, hier ist mir aufgefallen, dass die Musik sehr präsent ist und leider etwas die Dialoge schluckt. Die Gedanken kann man oft nur erahnen, aber das könnte auch Absicht sein. Die Inszenierung dessen ist aber großartig. Wie der Protagonist an den verschiedensten Menschen vorbei läuft und nur Gedanken Bruchstücke aufschnappt. Wim Wenders schafft es sehr schnell, auch dadurch das der Film größtenteils in schwarz/weiß ist, eine bedrückende Stimmung und enorm dichte Atmosphäre aufzubauen. Der Soundtrack ist absolut phantastisch und trägt immer sehr stark zur Atmosphäre der jeweiligen Szene bei. Zusätzliche Authentizität bekommt der Film durch seine Vielsprachigkeit (Wenn es das Wort überhaupt gibt!?), beispielsweise, dass man die Gedanken eines Arabers in seiner Muttersprache hört. Auch Peter Falk wurde nicht synchronisiert, sondern lediglich für das deutsche Publikum untertitelt.

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Definitiv ein Stück deutscher Filmgeschichte und ich bin froh, dass ich ihn endlich einmal gesehen habe. Besonders gut haben mir der philosophische Ansatz, (auch wenn vielleicht ein Tick zuviel) und die wahnsinnig großartige Inszenierung gefallen, muss aber dennoch sagen, dass ich ihn wahrscheinlich nicht noch einmal schauen werde, da es sich schon um äußerst zähe Kost handelt, aber gleichzeitig hoch nostalgisch ist. Daher bekommt der Film ★★★★ Sterne auf Letterboxd.

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Den Film gibt es in der restaurierten Fassung bei Amazon auf *DVD, *Blu-Ray und *VOD.

Sidefacts:

  • Das Budget betrug 5 Millionen D-Mark, allein in Amerika konnte der Film 3,2 Millionen US. Dollar einspielen.
  • Peter Falk („Columbo“) hat eine kleine Rolle in der er sich selbst spielt.
  • Zu den Orten des Films gehören der Engel auf der Berliner Siegessäule (wobei es sich hier um einen Studionachbau handelt), der Potsdamer Platz (vor der Neubebauung), der Lesesaal der dortigen Staatsbibliothek zu Berlin, Anhalter Bahnhof und die Langenscheidtbrücke in Berlin-Schöneberg.
  • Die Außenaufnahmen für den Zirkus spielen auf dem Gelände des heutigen Theodor-Wolff-Park (Kreuzberg), im Hintergrund sieht man das Thommy-Weisbecker-Haus. Für die Bunkerszenen wurde der Hochbunker Pallastraße zum Drehort.
  • Die Konzertszenen und die abschließende Akrobatikszene spielen in den Relikten des Hotel Esplanada (Berlin), das mittlerweile versetzt und in das Sony Center integriert wurde. Dort treffen Damiel und die Trapezkünstlerin bei einem Konzert von Nick Cave & the Bad Seeds das erste Mal aufeinander.
  • Das Lied vom Kindsein von Peter Handke zieht sich als Leitmotiv durch den gesamten Film, die einzelnen Strophen wurden jeweils gesondert eingespielt.

Fakten Quelle: Wikipedia

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