Dark City – Film Review | 1998

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© Kinowelt

Der Film „Dark City“ von Regisseur Alex Proyas („I Robot“), aus dem Jahr 1998, mit Rufus Sewell, William Hurt, Kiefer Sutherland und Jennifer Connelly in den Hauptrollen, ist ein Science Fiction Noir Film mit Fantasyelementen.

John Murdock (Rufus Sewell) soll eine Reihe von Frauen ermordet haben, kann sich aber an nichts erinnern. Seine Emma (Jennifer Connelly) versucht seinem Erinnerungsvermögen nachzuhelfen. Nachdem nun sein Gedächtnis nach und nach zurückkehrt, kommt er dem Geheimnis der stets dunklen Stadt auf die Spur.

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Wir haben „Dark City“ in der überarbeiteten Directors Cut Fassung gesehen, in der auch einige CGI-Effekte erneuert wurden. Ich kann mich jetzt nicht mehr an die Effekte von damals erinnern, aber ich denke, dass war eine gute Entscheidung. Optisch kann sich der Film für sein doch recht schmales Budget wirklich sehen lassen. Das Szenenbild ist im wahrsten Sinne des Wortes phantastisch und auch der Soundtrack trägt ebenso zur dichten Atmosphäre bei. Die Story ist hier und da etwas undurchsichtig, der Directors Cut bringt hier aber tatsächlich an einigen Stellen etwas Licht ins Dunkle. Die zusätzlichen Szenen wurden in der deutschen Fassung nur untertitelt und nicht neu synchronisiert, was jetzt aber nicht wirklich gestört hat. So wusste man wenigstens welche Szenen „neu“ sind, denn nach über 20 Jahren seit der letzten Sichtung sind meine Erinnerungen an den Film rudimentär. Da hier zum Glück weitestgehend auf CGI verzichtet wurde, fasziniert mich der enorme tricktechnische Aufwand der damals betrieben wurde sehr. Es macht Spaß, den visuellen Veränderungen der Stadt zuzuschauen. „Dark City“ ist somit quasi der Vater von Christopher Nolans „*Inception“. Von mir gibt es jedenfalls starke ★★★½ Sterne auf Letterboxd.

© Kinowelt

Den Film gibt es bei Amazon auf *DVD, *BluRay und *VOD.

Sidefacts:

  • Das Budget betrug 27 Millionen US-Dollar, einspielen konnte der Film an den Kinokassen knapp über 27 Millionen Dollar.
  • Die Handlung des Films ist ein typisches Beispiel für eine Dystopie. Der Film setzt sich vor allem mit der Frage auseinander, was Erinnerung ist und wie Menschen annehmen können, diese sei real.
  • Der Film nimmt deutlich Bezug zu Filmen des deutschen Expressionismus. Insbesondere „*Das Cabinet des Dr. Caligari“, „*Metropolis“ von Fritz Lang oder auch „*Nosferatu“ liefern Vorlagen für „Dark City“. Darüber hinaus wurden auch starke Anleihen beim Film noir, dem stilistischen Nachfolger des expressionistischen Films, gemacht. Schließlich wird die Machart von „Dark City“ oft mit den Filmen von Regisseur Terry Gilliam verglichen, hierbei vor allem mit der dystopischen Satire „*Brazil“ (1985), die seit ihrer Veröffentlichung extrem stilbildend für die düstere und anachronistische Vermischung von expressionistischen und Noir-Elementen in modernen Filmen wurde.
  • Die willkürlichen Änderungen der Erinnerungen und auch der sozialen Umstände der Stadtbewohner erinnert an Jorge Luis Borges Kurzgeschichte „*Lotterie in Babylon“. Die „Fremden“ erinnern stark an die grauen Herren aus „*Momo“.
  • Das Hauptthema des Films, die Stadt, die als Experiment von Außerirdischen betrieben wird, findet sich auch bereits in dem Science-Fiction-Roman „*Das Experiment“ von Arkadi und Boris Strugazki (geschrieben 1969–1975, veröffentlicht 1989).
  • Der Film bedient sich u. a. der Lehren Platons. Dies hat dazu geführt, dass er oftmals mit anderen Filmen aus dieser Zeit verglichen wird, die ebenfalls auf diese Lehren anspielen, wie zum Beispiel „Matrix“, „*The Thirteenth Floor“ und „*eXistenZ“. Während die Idee, dass sensorische Wahrnehmungen nicht real sind, in der Science Fiction nicht neu ist, stellt „Dark City“ die Frage nach unseren Erinnerungen und was sie für uns bedeuten.

Fakten Quelle: Wikipedia

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