WERBUNG


© Netflix

Dauer: 147 Minuten | FSK 16

Der Film „Im Westen nichts Neues“ von Regisseur Edward Berger aus dem Jahr 2022, mit Felix Kammerer, Albrecht Schuch, Aaron Hilmer und Edin Hasanović in den Hauptrollen, ist ein Anti-Kriegsfilm und die erste deutsche Verfilmung von Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ aus dem Jahr 1929.

1914 bricht in Deutschland der Erste Weltkrieg aus. Paul Bäumer (Felix Kammerer) und einige seiner Mitschüler, die von ihren Lehrern dazu ermutigt wurden, melden sich schnell zur Armee, um ihrem Vaterland zu dienen. Kaum sind sie 1917 eingezogen, weicht der freiwillige Geist der Ernüchterung: Ihr Ausbilder (Devid Striesow) legt einen unerschütterlichen Sadismus an den Tag und die ersten Bilder vom Schlachtfeld führen ihnen die Realität des Krieges vor Augen.

Quelle: Google

© Netflix

Die anderen Verfilmungen von „Im Westen nichts Neues“ habe ich nie gesehen, aber natürlich wusste ich, dass ein Roman und mindestens ein Film existiert. Gleich zu Beginn von zeigt Regisseur Edward Berger hier die Absurdität der Kriegsmaschinerie auf und wie junge Männer damals manipuliert wurden um freiwillig an die Front zu gehen. Die Inszenierung schafft den schmalen Grad zwischen Realismus und stilistischen Bildern. Die vielen weiten Einstellungen sind definitiv fürs große Kino gemacht und vielen Stellen an den Film „*1917“ von Regisseur Sam Mandes. Auch der Dolby Atmos Sound weiß zu gefallen. Hier fliegen einem wortwörtlich die Kugeln um die Ohren. Der Soundtrack untermalt die Tristesse des Krieges phantastisch. Die Schauspieler liefern hier wahrscheinlich die Performance ihres Lebens ab. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass „Im Westen nichts Neues“ nächstes Jahr mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wird. Da hat Netflix den richtigen Leuten Geld in die Hand gegeben. Der Film wird sicher in Zukunft auch im Geschichtsunterricht gezeigt.

© Netflix

Wir mögen ja generell diese Nahaftigkeit deutscher Filme und die damit einhergehende Connection zu dem Gezeigten. Bei vielen Hollywood Produktionen fühlen sich die Filme irgendwie eingepackt an. Das liegt sicher auch an der nachträglichen deutschen Synchronisation. Genau das schafft aber eine gewisse Distanz. Bei „Im Westen nichts Neues“ wurde hauptsächlich mit O-Ton gearbeitet was maßgeblich zur Authentizität beiträgt. Die schrecklichen Seiten des Krieges werden hier in aller Härte und ohne jegliche Schönigung gezeigt. Hier sterben hunderte Menschen auf brutalste Art und Weise. Es ist einfach ein krasses Bild, wenn sich der Nebel durch das Blut auf dem Schlachtfeld rot verfärbt. Eine so schnörkellose Auseinandersetzung mit dem Stoff hätte ich aus Deutschland nicht erwartet und freue mich daher sehr zu sehen, dass wir dann doch noch am besten unsere eigene Geschichte erzählen können. So grausam sie auch sein mag. Es lässt einen ein wenig fassungslos zurück. „Im Westen nichts Neues“ ist wohl einer der besten Deutschen Filme die ich bis dato gesehen habe. Von mir gibt es ★★★★½ Sterne und ein Herzchen auf Letterboxd.

© Netflix

Den Film gibt es bei *Netflix im Abo.

Sidefacts:

  • Das Budget betrug für deutsche Verhältnisse üppige 20 Millionen US-Dollar.
  • Der Roman „*Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque ist aus dem Jahr 1929. Dieser wurde von den Nazis verboten und wegen seiner „verräterischen“ und entschieden unheroischen Darstellung des Krieges verbrannt. Zu diesem Zeitpunkt war der deutsche Schriftsteller bereits in die Schweiz ausgewandert.
  • Die Dreharbeiten fanden an 52 Drehtagen von 9. März bis 24. Mai 2021 statt. Größtenteils drehte man in Tschechien, wo die riesigen Filmsets mit ausufernden Schützengräben und Barackensiedlungen gebaut wurden.
  • Als Kameramann fungierte James Friend, mit dem Berger bereits für die Fernsehserien „*Patrick Melrose“ und „*Your Honor“ zusammenarbeitete. Der Regisseur arbeitete mit dem Filmeditor Sven Budelmann zusammen, der zuletzt für „*Schachnovelle“ von Philipp Stölzl tätig war.
  • Von der Deutschen Film- und Medienbewertung wurde Im Westen nichts Neues mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet.
  • Im August 2022 wurde „Im Westen nichts Neues“ von einer Jury von German Films als deutscher Beitrag für die Kategorie Bester Internationaler Film der Oscarverleihung 2023 ausgewählt. Er hatte sich gegen acht andere Filme aus Deutschland durchgesetzt. Der Film befindet sich zudem in einer Vorauswahl für den Europäischen Filmpreis 2022.

Fakten Quelle: Wikipedia

Trailer des Originals aus dem Jahr 1930

Beiträge von geschätzten Kollegen:

Kommentiere den Artikel

Bitte gib dein Kommentar ein!
Gebe Bitte hier deinen Namen ein